Der Automobilhersteller BMW treibt die Automatisierung seiner Produktion weiter voran und plant den Einsatz des neuen humanoiden Roboters Figure 03 im US-Werk Spartanburg. Dort soll die aktuelle Generation des von Figure AI entwickelten Roboters Aufgaben in der Logistik übernehmen und Mitarbeiter bei monotonen Tätigkeiten entlasten. Bereits zuvor hatte BMW Erfahrungen mit dem Vorgängermodell Figure 02 gesammelt.
Verbesserte Technik für den industriellen Einsatz
Im Vergleich zur vorherigen Generation wurde Figure 03 in mehreren Bereichen weiterentwickelt. Der 1,73 Meter große und rund 61 Kilogramm schwere Roboter verfügt über eine weichere Außenhülle, die große Teile von Kopf, Rumpf, Armen und Beinen umschließt. Dadurch soll die Zusammenarbeit mit Menschen sicherer werden und das Verletzungsrisiko bei unbeabsichtigten Kollisionen sinken.
Darüber hinaus unterstützt das neue Modell kabelloses Laden, was längere Einsatzzeiten im Produktionsalltag ermöglichen soll. Mit einer Akkuladung kann der Roboter laut Hersteller etwa fünf Stunden arbeiten. Auch die Hände wurden umfassend überarbeitet: In den Handflächen befinden sich nun taktile Sensoren sowie Kameras, die eine präzisere Erfassung von Objekten ermöglichen. Ergänzt wird die Ausstattung durch Audiofunktionen, die eine direkte Sprachkommunikation zwischen Mensch und Maschine erlauben.
Sortierarbeiten in der Logistik
Im Werk Spartanburg soll Figure 03 künftig in der sogenannten Sequenzierung eingesetzt werden. Dabei sortiert der Roboter unsortiert angelieferte Fahrzeugkomponenten aus größeren Behältern in spezielle Transportwagen ein. Anschließend gelangen die vorbereiteten Bauteile über automatisierte Routenzüge oder autonome Transportsysteme zu den Montagelinien.
Nach Angaben von BMW handelt es sich dabei um einen häufig vorkommenden Prozessschritt in der Automobilproduktion, der sich besonders für die Automatisierung eignet. Die Aufgabe gilt als repetitiv und körperlich wenig anspruchsvoll, wodurch Mitarbeiter für andere Tätigkeiten entlastet werden können.
Positive Erfahrungen mit dem Vorgänger
Bereits im Jahr 2025 testete BMW den humanoiden Roboter Figure 02 in der Fahrzeugfertigung. Über einen Zeitraum von zehn Monaten unterstützte das System die Produktion von mehr als 30.000 BMW X3-Fahrzeugen. Dabei übernahm der Roboter die präzise Positionierung von Karosserieteilen für Schweißarbeiten – eine Tätigkeit, die sowohl Genauigkeit als auch Kraft erfordert.
Nach Angaben des Unternehmens zeigte das Pilotprojekt, dass humanoide Roboter unter realen Produktionsbedingungen zuverlässig und sicher eingesetzt werden können. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen in die weitere Entwicklung und Integration der Technologie ein.
Digitalisierung der Fabrik schreitet voran
Der Einsatz von Figure 03 ist Teil der umfassenden Digitalisierungsstrategie von BMW. Im Werk Spartanburg wurde dafür unter anderem die sogenannte Halle 52 erweitert und modernisiert. Dort sollen künftig verschiedene Varianten des BMW X3 sowie der vollelektrische BMW iX5 gefertigt werden.
Im Rahmen des Produktionskonzepts „BMW iFactory“ setzt der Konzern verstärkt auf digitale Werkzeuge und virtuelle Planungsverfahren. Mithilfe von 3D-Simulationen und digitalen Fabrikmodellen lassen sich Produktionsprozesse bereits vor ihrer Umsetzung optimieren. Die sogenannte BMW Virtual Factory dient dabei als digitaler Zwilling des Werks und soll helfen, Abläufe effizienter zu gestalten.
Künstliche Intelligenz unterstützt die Qualitätskontrolle
Neben Robotik investiert BMW zunehmend in Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Mit dem System Artificial Intelligence Quality Next (AIQX) kommen Kameras, Sensoren und intelligente Auswertungsverfahren zur visuellen und akustischen Qualitätskontrolle zum Einsatz. Treten Abweichungen oder potenzielle Fehler auf, werden Mitarbeiter in Echtzeit über mobile Endgeräte informiert.
Mit dem Zusammenspiel aus humanoiden Robotern, digitalen Zwillingen und KI-gestützter Qualitätskontrolle verfolgt BMW das Ziel, die Produktion weiter zu automatisieren und gleichzeitig Effizienz sowie Qualität in seinen Werken zu steigern.




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