Aktive Angriffe auf Chrome: Google veröffentlicht dringendes Sicherheitsupdate

Google warnt vor einer kritischen Sicherheitslage bei seinem Webbrowser Chrome. Unbekannte Angreifer setzen derzeit mindestens eine Schwachstelle aktiv für Attacken ein. Nutzer sollten deshalb möglichst schnell prüfen, ob die aktuelle Browserversion installiert ist.

Mit dem jüngsten Update beseitigt Google insgesamt zwölf Sicherheitslücken. Besonders dringlich ist die unter der Kennung CVE-2026-85046 geführte Schwachstelle, deren Risiko als „hoch“ eingestuft wird. Nach Angaben des Unternehmens gibt es bereits konkrete Hinweise auf eine Ausnutzung.

Manipulierte Webseiten können Schadcode einschleusen

Die Sicherheitslücke befindet sich in V8, der JavaScript-Engine von Chrome. Ursache ist eine sogenannte Type Confusion: Der Browser verarbeitet bestimmte Objekte unter falschen Annahmen über deren Datentyp. Daraus können Speicherfehler entstehen, die Angreifer zum Ausführen eingeschleusten Codes missbrauchen.

Für einen erfolgreichen Angriff müssen Betroffene offenbar zunächst eine entsprechend präparierte Webseite aufrufen. Anschließend kann der dort platzierte Schadcode innerhalb der Chrome-Sandbox ausgeführt werden.

Diese Schutzumgebung soll verhindern, dass Browserinhalte unmittelbar auf das Betriebssystem zugreifen. Vollständige Sicherheit bietet sie jedoch nicht: In Kombination mit einer zweiten Schwachstelle könnte ein Angreifer versuchen, die Sandbox zu verlassen und tiefer in das System einzudringen.

Weitere schwerwiegende Schwachstellen behoben

Auch ein großer Teil der übrigen Sicherheitsprobleme wird mit dem Schweregrad „hoch“ bewertet. Dazu gehört beispielsweise CVE-2026-85050. Mehrere dieser Lücken hängen ebenfalls mit fehlerhaften Speicherzugriffen zusammen und könnten unter ungünstigen Bedingungen das Einschleusen von Schadcode ermöglichen.

Die Fehler sind laut Google in folgenden Chrome-Versionen behoben:

  • Windows und macOS: Chrome 152.0.7977.82 beziehungsweise 152.0.7977.83
  • Linux: Chrome 152.0.7977.82

Da Microsoft Edge, Brave, Opera und Vivaldi ebenfalls auf Chromium basieren, könnten auch diese Browser betroffen sein. Deren Nutzer sollten auf Sicherheitsaktualisierungen der jeweiligen Hersteller achten und sie zeitnah installieren.

So lässt sich Chrome aktualisieren

Chrome spielt verfügbare Updates normalerweise automatisch ein. Die Installation lässt sich jedoch manuell überprüfen: Dazu wird über das Dreipunkt-Menü der Bereich „Hilfe“ und anschließend „Über Google Chrome“ geöffnet.

Auf dieser Seite sucht der Browser nach einer neuen Version und lädt sie bei Bedarf herunter. Erst nach einem Neustart von Chrome ist die Aktualisierung vollständig abgeschlossen. Angesichts der bereits beobachteten Angriffe sollte dieser Schritt nicht aufgeschoben werden.

Sladjan Lazic

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