Canonical veröffentlicht Ubuntu 26.04 LTS „Resolute Raccoon“

Mit Ubuntu 26.04 LTS hat Canonical die inzwischen elfte Langzeitversion seines Linux-Betriebssystems vorgestellt. Die neue Ausgabe mit dem Codenamen „Resolute Raccoon“ richtet sich besonders an Unternehmen, Entwickler und Cloud-Anwender. Im Mittelpunkt stehen laut Hersteller eine tiefere Hardware-Optimierung, moderne Sicherheitsfunktionen sowie bessere Unterstützung für KI- und Rechenzentrums-Workloads.

Fokus auf Sicherheit und Stabilität

Zu den wichtigsten Neuerungen zählt eine vollständige Festplattenverschlüsselung mit TPM-Unterstützung. Dabei wird die Verschlüsselung an den Sicherheitschip des Geräts gekoppelt, was physische Angriffe deutlich erschweren soll. Gleichzeitig verspricht Canonical eine einfachere Bedienung für Nutzer.

Auch die Zahl speichersicherer Systemkomponenten wächst: Neue Kernel-Treiber und Werkzeuge, die in der Programmiersprache Rust entwickelt wurden, sollen Sicherheitslücken durch Speicherfehler reduzieren. Dazu gehören moderne Neuimplementierungen klassischer Linux-Werkzeuge wie sudo, ls, cp oder mv.

Ubuntu wird zur KI-Plattform

Ubuntu 26.04 LTS bringt erstmals native Unterstützung für NVIDIA CUDA und AMD ROCm direkt über die offiziellen Paketquellen. Damit positioniert sich Canonical klar im Wettbewerb um Systeme für künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Hochleistungsrechnen.

Besonders Unternehmen, die KI-Anwendungen produktiv betreiben wollen, sollen von der vereinfachten Einrichtung profitieren. Auch vertrauliche KI-Anwendungen mit hardwaregestützter Verschlüsselung werden unterstützt – etwa über Intel Trust Domain Extensions und AMD SEV.

Neuer Desktop mit Wayland als Standard

Auf dem Desktop setzt Ubuntu nun vollständig auf Wayland und vollzieht damit endgültig den Abschied von X.org. Nutzer sollen von flüssigeren Animationen, besserer Mehrschirm-Skalierung, Touch- und Gestensteuerung sowie geringerer Bildschirmrissbildung profitieren.

Zudem liefert Canonical zahlreiche Verbesserungen bei der Barrierefreiheit. Ein überarbeitetes App Center soll die Installation und Verwaltung von Programmen vereinfachen – inklusive besserer Unterstützung klassischer Debian-Pakete.

Linux 7.0 als technische Basis

Ubuntu 26.04 LTS basiert auf Linux 7.0 und unterstützt neue Hardware-Plattformen wie Intel Core Ultra Series 3 („Panther Lake“) Prozessoren. Optimierungen für integrierte Grafiklösungen und neuronale Recheneinheiten (NPU) sollen KI-Aufgaben direkt auf dem Gerät beschleunigen.

Auch industrielle Anwendungen rücken stärker in den Fokus: Der Echtzeitstandard EtherCAT wird nun direkt im Kernel unterstützt, was den Einsatz in Robotik, Fertigungsanlagen und Automatisierungssystemen erleichtert.

Verbesserungen für Cloud und Unternehmen

Canonical liefert optimierte Images für große Cloud-Plattformen wie AWS, Microsoft Azure, Google Cloud, IBM Cloud und Oracle Cloud. Unternehmen sollen Ubuntu damit einfacher in großen Infrastrukturen einsetzen können.

Hinzu kommen neue Verwaltungsfunktionen: Das Management-Werkzeug Landscape ist nun in den Desktop-Installer integriert. Außerdem unterstützt Authd die Anmeldung über Identitätsdienste wie Microsoft Entra ID, Google IAM oder andere OIDC-kompatible Anbieter.

Langzeitpflege für fünf Jahre

Als LTS-Version erhält Ubuntu 26.04 voraussichtlich mindestens fünf Jahre reguläre Updates und Sicherheitskorrekturen. Für Unternehmen mit Ubuntu Pro dürfte der Support-Zeitraum nochmals verlängert werden.

Mit „Resolute Raccoon“ zeigt Canonical erneut, dass Ubuntu nicht nur für klassische Desktop-Nutzer gedacht ist, sondern zunehmend als Plattform für Rechenzentren, Cloud-Dienste und KI-Anwendungen ausgebaut wird.

Sladjan Lazic

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