OpenAI erweitert sein Desktop-Angebot und bringt ChatGPT erstmals offiziell auf Linux. Die neue Anwendung steht weltweit als Preview bereit und schließt damit die bislang letzte größere Lücke bei den Desktop-Betriebssystemen. Neben dem klassischen ChatGPT sind auch ChatGPT Work und die Entwicklungsumgebung Codex in die Linux-App integriert.
Zum Start beschränkt sich die Unterstützung allerdings auf einige verbreitete Linux-Distributionen. Freigegeben ist die Anwendung für Ubuntu 24.04 LTS und Ubuntu 26.04 LTS, Debian 13 sowie Fedora 43 und 44. OpenAI stellt Installationspakete im DEB- und RPM-Format zur Verfügung. Unterstützt werden sowohl klassische x64-Rechner als auch Systeme auf Basis der ARM64-Architektur.
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ChatGPT, Work und Codex in einer Anwendung
Etwas ungewöhnlich gestaltet sich derzeit der Zugang zum Download. Der entsprechende Link ist auf der offiziellen Codex-Webseite zu finden, scheint jedoch nur dann eingeblendet zu werden, wenn die Seite von einem Linux-System aus aufgerufen wird. Da OpenAI die Linux-Version zunächst als Preview veröffentlicht, ist zudem mit weiteren Anpassungen und einer künftig möglicherweise breiteren Unterstützung verschiedener Distributionen zu rechnen.
Inhaltlich orientiert sich die Linux-Version an den bereits verfügbaren Desktop-Anwendungen für Windows und macOS. Unter einem gemeinsamen Dach befinden sich drei unterschiedliche Arbeitsbereiche. Das klassische ChatGPT dient weiterhin als KI-Assistent für Fragen, Recherchen und Unterhaltungen. ChatGPT Work richtet sich dagegen an umfangreichere und mehrstufige Aufgaben. Mit entsprechender Zustimmung des Nutzers kann die Anwendung dabei auch lokale Dateien und Programme einbeziehen. Codex konzentriert sich wiederum auf Softwareentwicklung und unterstützt unter anderem beim Schreiben, Analysieren und Bearbeiten von Programmcode.
Die Zusammenführung dieser Funktionen ist Teil einer größeren Umstrukturierung des Desktop-Angebots von OpenAI. Im Juli hatte das Unternehmen die Codex-App mit ChatGPT und ChatGPT Work kombiniert und die daraus entstandene Anwendung schlicht in „ChatGPT“ umbenannt.
Die bisherige Desktop-Anwendung verschwand dadurch allerdings nicht. Sie wird inzwischen unter der Bezeichnung „ChatGPT Classic“ weitergeführt. OpenAI versorgt auch diese Version weiterhin mit neuen KI-Modellen sowie Fehlerbehebungen und Sicherheitsupdates. Beide Varianten werden damit vorerst parallel angeboten.
Linux-Nutzer mussten deutlich länger warten
Auf anderen Desktop-Plattformen ist ChatGPT bereits seit längerer Zeit vertreten. Die ursprüngliche Desktop-App erschien im Mai 2024 zunächst für macOS. Im Oktober desselben Jahres folgte eine Version für Windows. Linux-Nutzer mussten dagegen fast zwei weitere Jahre auf eine offizielle Anwendung warten.
Mit der neuen Preview reagiert OpenAI nun auf einen lange bestehenden Wunsch aus der Linux-Community. Gerade für Entwickler dürfte die Veröffentlichung interessant sein, da Linux in der Softwareentwicklung, auf Workstations und im Serverumfeld eine wichtige Rolle spielt. Durch die Integration von Codex und ChatGPT Work geht die Anwendung zudem deutlich über einen einfachen Desktop-Client für den Chatbot hinaus.
Vorerst bleibt allerdings abzuwarten, wie schnell OpenAI die Preview ausbaut. Neben der Unterstützung weiterer Distributionen dürfte dabei insbesondere interessant sein, ob künftig auch distributionsübergreifende Formate wie Flatpak oder Snap angeboten werden. Mit der Veröffentlichung der Linux-Version ist ChatGPT jedenfalls erstmals offiziell auf allen drei großen Desktop-Plattformen Windows, macOS und Linux vertreten.
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