Linus Torvalds hat am Sonntag Linux 7.2 veröffentlicht. Die neue Kernel-Version liefert vor allem zahlreiche aktualisierte Treiber. Kurz vor der Freigabe mussten die Entwickler allerdings noch größere Änderungen zurücknehmen und mehrere Fehler beheben.
Die letzte Entwicklungswoche verlief damit unruhiger als ursprünglich erhofft. Auf der Linux-Kernel-Mailingliste erklärte Torvalds, dass der Umfang der kurzfristigen Anpassungen erneut größer ausgefallen sei als erwartet. Solche umfangreicheren Korrekturen unmittelbar vor einer Veröffentlichung scheinen sich nach seiner Einschätzung inzwischen zum Normalfall zu entwickeln. Eine Verschiebung hält er dennoch nicht für sinnvoll, da sich Kernel-Releases andernfalls immer weiter verzögern könnten.
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Zahlreiche Neuerungen bei Grafiktreibern
Besonders auffällig waren späte Rücknahmen im DRM-Scheduling-Code. DRM steht für „Direct Rendering Manager“ und ist ein wichtiger Bestandteil der Grafikarchitektur unter Linux. Wenn neuer Code kurz vor einer Veröffentlichung noch Probleme bereitet, bleibt nach Ansicht von Torvalds nur die Möglichkeit, die betreffenden Änderungen wieder zu entfernen. Auch wenn ein solcher Schritt im letzten Moment unerfreulich sei, habe die Stabilität des Kernels Vorrang.
Daneben flossen zahlreiche kleinere Fehlerkorrekturen ein. Ein großer Teil betrifft die Gerätetreiber, doch auch am Netzwerkbereich wurde bis zuletzt gearbeitet.
Bereits nach dem Ende des sogenannten Merge-Windows Ende Juni hatte Torvalds Linux 7.2 als weitgehend gewöhnliche Kernel-Veröffentlichung eingeordnet. Während dieses Zeitfensters werden die größeren Neuerungen einer kommenden Version in den Hauptentwicklungszweig aufgenommen. Danach konzentriert sich die Arbeit üblicherweise auf Tests und Fehlerbehebungen.
Eine Besonderheit von Linux 7.2 ist der ungewöhnlich hohe Anteil an Registerdefinitionen für AMD-Grafikprozessoren. Rund ein Drittel des gesamten Patches soll auf diese technischen Beschreibungen entfallen. Das große Datenvolumen bedeutet allerdings nicht automatisch, dass der Kernel außergewöhnlich viele funktionale Neuerungen enthält. Solche umfangreichen Definitionen sind bei moderner Grafikhardware nicht unüblich.
Auch wenn die AMD-Daten ausgeklammert werden, bilden aktualisierte Treiber weiterhin den Schwerpunkt. Mehr als die Hälfte der verbleibenden Änderungen entfällt auf diesen Bereich. Neben weiteren Arbeiten an Grafiktreibern enthält Linux 7.2 Anpassungen für verschiedene Hardwarekomponenten.
Der übrige Teil verteilt sich auf die für eine Kernel-Version typischen Bereiche:
- Aktualisierungen für unterstützte Prozessorarchitekturen
- Änderungen an Entwicklungs- und Analysewerkzeugen
- überarbeitete Dokumentationen
- Verbesserungen am zentralen Kernel-Code
Damit folgt Linux 7.2 insgesamt dem üblichen Muster einer Mainline-Veröffentlichung: Viele kleinere Weiterentwicklungen werden mit neuen Hardwareanpassungen und Fehlerkorrekturen gebündelt.
Kein Longterm-Kernel
Linux 7.2 ist zunächst ein regulärer Mainline-Kernel und besitzt damit keinen besonderen Langzeit-Support. Als jüngster Kernel mit offizieller Longterm-Unterstützung wird weiterhin Linux 6.18 geführt. Diese Version erschien Ende November 2025 und soll planmäßig bis Dezember 2028 gepflegt werden.
Die Quellen von Linux 7.2 können über kernel.org heruntergeladen werden. Ein vollständiges Änderungsprotokoll lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor. Eine detaillierte Bewertung sämtlicher Neuerungen dürfte daher erst folgen, wenn alle Änderungen umfassend dokumentiert und ausgewertet sind.
Der direkte Vorgänger Linux 7.1 war Mitte Juni erschienen. Zu dessen wichtigsten Neuerungen gehörten ein neuer NTFS-Treiber und die standardmäßige Aktivierung von Intels FRED-Technik, die unter anderem die Verarbeitung bestimmter Prozessorereignisse effizienter machen soll.
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