Im Februar habe ich meinen Umstieg von Windows und macOS auf das freie Betriebssystem GNU/Linux angekündigt und im Teil I dieser Artikelserie veröffentlicht. Dieses Projekt ist langfristig ausgelegt und ich lasse mir dabei ausgiebig Zeit, um Software- und Hardwarekomponenten gründlich zu testen. Ende 2025 habe ich mich vom Betriebssystem Microsoft Windows im beruflichen Bereich verabschiedet, privat hatte ich Windows seit Jahren nicht mehr genutzt. Seit einigen Jahren kann man einen verstärkten Umstieg auf Linux verzeichnen, da viele Nutzerinnen und Nutzer ihre Privatsphäre wahren und die Kontrolle über das Betriebssystem behalten wollen. Man lässt sich – so meine Beobachtung – immer weniger von Big Tech gängeln und in sogenannte goldene Käfige einsperren. Die globalen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen bringen immer mehr Nutzerinnen und Nutzer dazu, nach europäischen Soft- und Hardwarelösungen zu suchen und sich ihre digitale Souveränität aufzubauen. In diesem zweiten Teil meiner Artikelserie über meinen Umstieg auf Linux geht es um die Auswahl passender Software für meine Zwecke.

Planungen und Vorüberlegungen: Software
Wie ich im ersten Teil bereits geschrieben habe, nutze ich Ubuntu Linux seit 2011 und war mehrere Jahre sogar komplett ohne einen Windows-Rechner. So kann ich sagen, dass gewisse Grundkenntnisse vorhanden sind und mir der Umgang mit Linux und freier Software nicht fremd ist. Damals bin ich aber als Privatnutzer auf Linux umgestiegen. Es war lange vor meiner Zeit als selbstständiger Blogger und Webdesigner. Man muss auch sagen, dass der Umstieg heute leichter als damals ist und heute mehr Open-Source-Software zur Auswahl steht, als es damals der Fall war.
Als privater Nutzer habe ich zwar auch viel mit HTML und CSS gearbeitet und kleinere Websites erstellt, aber die Anforderungen haben sich im Laufe der Jahre geändert. Heute muss ich mich um die Buchhaltung kümmern und mit verschiedenen Formaten umgehen, die ich von Geschäftspartnern erhalte. Während ich als Privatnutzer jahrelang problemlos mit LibreOffice ausgekommen bin und nie auf Microsoft Word angewiesen war, muss es sich in der Praxis als Selbstständiger zeigen, ob ich komplett auf Word und Excel verzichten kann.
Auch das Thema Adobe Software hat Relevanz. Für meinen Teil habe ich zwar immer schon mit dem freien Bildbearbeitungsprogramm Gimp gearbeitet und bin bestens damit zurechtgekommen. Während meiner Weiterbildung zum Webdesigner habe ich aber für ein Jahr Adobe Photoshop installiert, da die Erklärungen in der Online-Schulung auf Photoshop zugeschnitten waren und ich das monatliche Abo als Schulungsteilnehmer vergünstigt bekommen habe. Dennoch muss ich sehen, ob ich langfristig ohne Adobe Programme auskomme.
Für manche Webdesigner und Webentwickler ist es vielleicht wichtig, mit Photoshop zu arbeiten. Ich sehe das so, dass ich als Webdesigner kein Grafikdesigner bin und nicht perfekt Photoshop beherrschen muss. Ich bleibe bei meinen Kernkompetenzen – HTML und CSS. Wenn ich ein aufwendiges Logo oder eine Grafik benötige, erstelle ich es auf die Schnelle mit der KI oder lasse es von Profis auf Fiverr erstellen.
Beim Thema Office-Anwendungen mache ich mir dagegen weniger Gedanken, hier bin ich mir ziemlich sicher, dass ich mit LibreOffice bestens auskommen werde und auf Microsoft 365 verzichten kann. Sollte ich dennoch gelegentlich und ausnahmsweise Word oder Excel benötigen, so bleibt unter Linux die Option der Nutzung als Webanwendung. Es gibt auch Alternativen wie OnlyOffice, die ich mir bei Bedarf anschauen werde.
Hardware
Der letzte Punkt meiner Vorüberlegungen ist die Hardware. Stand heute nutze ich als Main-OS das macOS auf dem MacBook Pro M1 aus 2022. Der schrittweise Umstieg auf Linux wird zunächst auf meinem Lenovo ThinkPad T490s getestet und nach und nach auf dem MacBook Pro implementiert. Das MacBook Pro will ich so lange nutzen, wie macOS Updates bekommt. Sollte macOS durch Apple nicht mehr mit Updates versorgt werden, würde ich auf dem MacBook Pro gerne Linux installieren.
Hier muss man sagen, dass derzeit nur Asahi Linux auf Apple Silicon Macs läuft. Es gibt keine Garantie, dass die Auswahl an Distributionen in den nächsten Jahren größer wird. Dennoch würde ich es mir wünschen, in ein paar Jahren Ubuntu auf dem MacBook Pro installieren zu können. Auch muss ich beachten, dass die Akkulaufzeit des MacBook Pro mit Linux bei weitem nicht so gut ist, wie die des MacBook Pro mit macOS. Hier machen sich natürlich die Vorteile des Apple-Ökosystems und die perfekte Verzahnung von Soft- und Hardware bemerkbar.
Alternativ will ich mir die Option eines Notebooks mit vorinstalliertem Linux, beispielsweise Tuxedo, anschauen. Zugegeben, hier sind die Hürden relativ groß, ein geeignetes und hochwertiges Gerät zu finden, wenn man von der Apple-Hardware kommt. Man ist sicherlich auch irgendwo etwas verwöhnt, aber ich glaube, dass mir viele zustimmen werden, dass die MacBooks von Apple einfach hochwertig verarbeitet sind. Zuletzt bleibt noch die Option, einen Desktop-Rechner selbst zusammenzustellen.
Online-Anwendungen und Open-Source-Software, die ich bereits nutze
Lange bevor ich das erste Mal GNU/Linux installiert habe und mit dem OS gearbeitet habe, habe ich über viele Jahre mit Open-Source-Programmen gearbeitet. In meinen frühen Tagen als Computernutzer habe ich OpenOffice genutzt. Später entstand LibreOffice als Ergebnis der Abspaltung von OpenOffice. Heute ist LibreOffice eine leistungsstarke Office-Suite und in vielen Bereichen eine Alternative zu Microsoft Office.
Vielen Nutzern geht es ähnlich. Während man auf der einen Seite ein proprietäres Betriebssystem nutzt, sind auf diesem überwiegend oder nur Open-Source-Programme installiert und werden genutzt. Da stellt sich die Frage, warum nicht gleich komplett auf Open-Source umsteigen und Linux installieren? Zumal viele Anwendungen mittlerweile im Browser und unabhängig vom Betriebssystem erledigt werden können. Es muss kein Programm auf dem Computer installiert werden. Meine Steuererklärung erledige ich seit vielen Jahren ausschließlich online mit WISO Steuer und mit Lexware Office habe ich ein starkes Tool für die Buchhaltung.
Nachfolgend eine Auflistung der gängigen Anwendungen auf Open-Source-Basis und solcher, die im Browser laufen, die ich seit Jahren nutze:
- LibreOffice als Office-Paket
- Thunderbird als E-Mail-Client
- FileZilla – File Transfer Protocol (FTP)
- Gimp als Bildbearbeitungprogramm
- Kdenlive für Videobearbeitung
- Audacity für Audiobearbeitung
- WordPress als CMS für Erstellung von Websites und Blogs
- WooCommerce als Erweiterung von WordPress um die Online-Shop-Funktion
- WISO Steuer und ELSTER für die Steuererklärung (Nutzung online im Browser)
- Lexware Office (Buchhaltungssoftware, online im Browser)
1. Linux-Distribution
Welche, der über 500 Distributionen soll ich wählen? Ganz klar, Ubuntu. Ubuntu begleitet mich seit über 15 Jahren und ist für mich längst mehr als nur ein Betriebssystem. Ich schätze besonders die Stabilität, Sicherheit und Freiheit, den eigenen Computer nach persönlichen Vorstellungen einzurichten.
Linux Ubuntu eignet sich sowohl für alltägliche Aufgaben als auch für anspruchsvolle technische Projekte. Die große Community, regelmäßige Aktualisierungen und die umfangreiche Auswahl an kostenloser Software machen das System zuverlässig und vielseitig.
Auch nach all diesen Jahren überzeugt mich Ubuntu durch seine offene Philosophie und kontinuierliche Weiterentwicklung. Für mich ist es bis heute eine starke Alternative zu kommerziellen Betriebssystemen.
2. Browser und Suchmaschine(n)
Hier kommt der erste Punkt, den ich abhaken kann. Ich nutze seit 2023 Google nicht als Suchmaschine. Stattdessen nutze ich die französische Suchmaschine Qwant und die deutsche Suchmaschine Ecosia. Beide sind datenschutzfreundlich, tracken nicht und sammeln keine Nutzerdaten. Will ich trotzdem Google-Suchergebnisse, nehme ich Startpage. Die niederländische Suchmaschine leitet die Suchanfragen an Google weiter und zeigt die Suchergebnisse anonymisiert an. Qwant, Ecosia und Startpage sind für mich das perfekte Trio.
Bei den Browsern hatte ich wahrlich die Qual der Wahl zwischen Brave, Vivaldi und dem Zen Browser. Kurz zur Vorgeschichte: Ich habe über zehn Jahre den Mozilla Firefox genutzt, bin dann vor etwa vier Jahren zu Google Chrome gewechselt. Ich weiß, es ergibt nicht viel Sinn, Google als Suchmaschine nicht mehr zu nutzen, aber den Browser von Google. Genau das will ich jetzt ändern. Ursprünglich hatte ich den Brave Browser favorisiert, aber da die Firma dahinter nicht in Europa sitzt, scheidet dieser Browser als europäische Alternative leider aus.
Der Zen Browser hatte es mir als „das bessere Firefox“ besonders angetan. Ein Fork von Firefox, mit den Schwerpunkten Datenschutz, Anpassbarkeit und Synchronisation über das Mozilla-Konto. Das wäre für mich der perfekte Browser geworden, ich konnte mich aber so ganz und gar nicht mit den vertikalen Tabs anfreunden. Ich arbeite schon immer mit horizontalen Tabs und bin mit den vertikalen Tabs gar nicht klargekommen. So schied der Zen Browser aus.

Nach tagelanger Recherche hat mich der Vivaldi Browser überzeugt. Entwickelt vom Mitbegründer und langjährigem Leiter von Opera Software, hat Vivaldi einen eingebauten Tracker- und Werbe-Blocker und legt starken Fokus auf Datenschutz. Es werden keine Daten gesammelt. Auch stehen die Entwickler einer Integration von KI-Funktionen im Browser ablehnend gegenüber, was für mich ein zusätzlicher Mehrwert ist. Die Entwicklerfirma hat ihren Sitz in Oslo, Norwegen und somit ist es ein europäischer Browser. So habe ich mich für Vivaldi entschieden und teste diesen Browser bereits.
3. E-Mail-Client
Als E-Mail-Client nutze ich bereits jetzt Mozilla Thunderbird. Thunderbird ist ein kostenloser und quelloffener E-Mail-Client, mit dem sich mehrere E-Mail-Konten übersichtlich an einem Ort verwalten lassen. Die Anwendung ist für Linux erhältlich und eignet sich sowohl für private als auch für berufliche Zwecke.
Neben dem klassischen Senden und Empfangen von E-Mails bietet Thunderbird zahlreiche praktische Funktionen. Dazu gehören eine leistungsfähige Suche, individuell einstellbare Filter, ein integrierter Kalender und die Verwaltung von Kontakten. Auch große Postfächer lassen sich mithilfe von Ordnern, Schlagwörtern und automatischen Regeln gut organisieren.
Ein wichtiger Vorteil ist die Anpassungsfähigkeit des Programms. Nutzer können die Oberfläche verändern, Erweiterungen installieren und verschiedene Einstellungen an ihre persönlichen Arbeitsabläufe anpassen. Gängige E-Mail-Protokolle wie IMAP und POP3 werden unterstützt, sodass Thunderbird mit nahezu allen bekannten Anbietern verwendet werden kann.
Auch Datenschutz und Unabhängigkeit spielen bei Thunderbird eine zentrale Rolle. Als Open-Source-Projekt ist die Funktionsweise transparent und nicht an einen einzelnen kommerziellen E-Mail-Dienst gebunden. Damit ist Thunderbird eine interessante Lösung für alle, die ihre digitale Kommunikation komfortabel, flexibel und selbstbestimmt verwalten möchten.
4. Office
Mit LibreOffice arbeite ich seit vielen Jahren und bin überaus zufrieden. Es ist ein kostenloses und quelloffenes Office-Paket. Es bietet eine leistungsfähige Alternative zu kommerziellen Büroprogrammen und eignet sich sowohl für private als auch für berufliche Aufgaben.
Das Paket umfasst mehrere Anwendungen: Writer dient zur Textverarbeitung, Calc zur Tabellenkalkulation und Impress zur Erstellung von Präsentationen. Ergänzt wird das Angebot durch Draw für Zeichnungen, Base für Datenbanken und Math für mathematische Formeln.
LibreOffice unterstützt zahlreiche Dateiformate, darunter auch viele Formate von Microsoft Office. Dokumente können außerdem direkt als PDF exportiert werden. Die übersichtliche Oberfläche und der große Funktionsumfang ermöglichen die Bearbeitung einfacher Schreiben ebenso wie umfangreicher Dokumente und komplexer Tabellen.
Als Open-Source-Projekt wird LibreOffice von einer internationalen Gemeinschaft kontinuierlich weiterentwickelt. Datenschutz, Unabhängigkeit und der freie Zugang zu wichtigen Büroanwendungen stehen dabei im Mittelpunkt. Dadurch ist LibreOffice eine überzeugende Lösung für alle, die produktiv arbeiten möchten, ohne sich an einen kommerziellen Anbieter zu binden.
5. Editor
Als Alternative zum Visual Studio Code hat mich VSCodium überzeugt. VSCodium ist ein kostenloser und quelloffener Code-Editor, der auf dem frei verfügbaren Quellcode von Visual Studio Code basiert. Er bietet eine nahezu identische Bedienoberfläche und die meisten bekannten Funktionen, kommt jedoch ohne die von Microsoft integrierte Telemetrie und Markenbestandteile aus.
Der Editor unterstützt zahlreiche Programmiersprachen und eignet sich für Webentwicklung, Skripting sowie umfangreiche Softwareprojekte. Funktionen wie Syntaxhervorhebung, automatische Codevervollständigung, integriertes Terminal, Debugging und Git-Unterstützung erleichtern die tägliche Entwicklungsarbeit.
Über Erweiterungen lässt sich VSCodium an unterschiedliche Anforderungen anpassen. Standardmäßig verwendet das Programm die offene Erweiterungsplattform Open VSX. Da nicht jede Erweiterung aus dem offiziellen Visual-Studio-Code-Marktplatz dort verfügbar ist, kann es vereinzelt Unterschiede bei der Auswahl geben.
VSCodium ist besonders für Nutzer interessant, die den Komfort von Visual Studio Code schätzen, aber mehr Wert auf Datenschutz, Transparenz und quelloffene Software legen. Damit stellt der Editor eine leistungsfähige und unabhängige Alternative für die moderne Webentwicklung dar.
6. Bildbearbeitung und digitale Entwürfe
Seit vielen Jahren setze ich GIMP erfolgreich für die Bildbearbeitung ein. Das kostenlose Open-Source-Programm bietet mir alle wichtigen Werkzeuge, die ich für meine tägliche Arbeit benötige. Auf kostenpflichtige Adobe-Produkte wie Photoshop war ich deshalb bisher nicht angewiesen.
Mit GIMP lassen sich Bilder optimieren, zuschneiden, retuschieren und für die Verwendung auf Websites vorbereiten. Auch komplexere Aufgaben mit Ebenen, Masken und verschiedenen Dateiformaten kann ich zuverlässig umsetzen. Besonders schätze ich die Unabhängigkeit von Abonnements und die kontinuierliche Weiterentwicklung durch die Open-Source-Community.
Für die Zukunft kann ich mir vorstellen, meine Arbeiten im Bereich Webdesign vollständig mit GIMP und Figma abzudecken. Während GIMP vor allem bei der klassischen Bildbearbeitung seine Stärken ausspielt, eignet sich Figma hervorragend für Layouts, Benutzeroberflächen und kollaborative Designprozesse.
Die Kombination beider Programme könnte für mich eine leistungsfähige und flexible Arbeitsumgebung bilden. Damit wäre es möglich, langfristig komplett auf Adobe-Produkte zu verzichten, ohne bei Qualität oder Kreativität wesentliche Kompromisse eingehen zu müssen.
7. Videobearbeitung
Seit einiger Zeit nutze ich iMovie und Kdenlive erfolgreich für die Videobearbeitung. Beide Programme decken meine derzeitigen Anforderungen gut ab und ermöglichen es mir, Videos zu schneiden, Übergänge einzubauen, Tonspuren zu bearbeiten und fertige Projekte in verschiedenen Formaten zu exportieren.
iMovie überzeugt vor allem durch seine einfache Bedienung und die gute Integration in das Apple-Ökosystem. Kdenlive bietet dagegen als quelloffenes und plattformübergreifendes Programm mehr Flexibilität und zahlreiche Funktionen für umfangreichere Videoprojekte. Je nach Aufgabe kann ich so das jeweils passende Werkzeug einsetzen.
Bislang bin ich deshalb auch bei der Videobearbeitung nicht auf Adobe Premiere Pro oder andere kostenpflichtige Adobe-Produkte angewiesen. Viele alltägliche und anspruchsvollere Arbeiten lassen sich bereits mit iMovie und Kdenlive zuverlässig umsetzen.
Für die Zukunft könnte ich mir vorstellen, auf DaVinci Resolve umzusteigen. Das Programm verbindet professionellen Videoschnitt mit leistungsfähiger Farbkorrektur, Audiobearbeitung und visuellen Effekten. Damit könnte ich meine Videoproduktion weiter ausbauen und gleichzeitig dauerhaft unabhängig von Adobe bleiben.
8. FTP
Seit vielen Jahren nutze ich FileZilla erfolgreich für die Übertragung und Verwaltung von Dateien auf Webservern. Das freie und plattformübergreifende Programm hat sich in meiner täglichen Arbeit als zuverlässig, übersichtlich und unkompliziert erwiesen.
FileZilla unterstützt gängige Übertragungsprotokolle wie FTP, FTPS und SFTP. Dadurch kann ich Dateien sicher hochladen, herunterladen und direkt auf dem Server verwalten. Besonders praktisch sind die Verwaltung mehrerer Serverzugänge, die Warteschlange für Übertragungen und die übersichtliche Darstellung lokaler und entfernter Verzeichnisse.
Für meine Arbeit im Webdesign und bei der Betreuung von Websites bietet FileZilla alle Funktionen, die ich benötige. Auch bei umfangreicheren Dateiübertragungen arbeitet das Programm stabil und erleichtert mir den regelmäßigen Zugriff auf unterschiedliche Webserver.
Da sich FileZilla über viele Jahre bewährt hat und meine Anforderungen vollständig erfüllt, besteht für mich kein Grund, auf eine andere Lösung umzusteigen. In diesem Bereich muss ich nichts verändern und werde das Programm auch weiterhin nutzen.
9. Cloud
Der Wechsel von OneDrive zu einem eigenen NAS ist für mich mehr als eine technische Veränderung, er ist eine echte Herzensangelegenheit. Meine Daten sollen nicht dauerhaft auf den Servern eines großen Cloud-Anbieters liegen, sondern unter meiner eigenen Kontrolle bleiben.
Ein NAS ermöglicht es mir, Dokumente, Bilder, Videos und Sicherungen zentral im eigenen Netzwerk zu speichern. Gleichzeitig kann ich von verschiedenen Geräten darauf zugreifen und bei entsprechender Konfiguration auch unterwegs mit meinen Dateien arbeiten. So erhalte ich viele Vorteile einer Cloud, ohne die Kontrolle über den Speicherort meiner Daten abzugeben.
Besonders wichtig sind mir dabei Datenschutz, Unabhängigkeit und langfristige Verfügbarkeit. Statt monatlich für zusätzlichen Cloud-Speicher zu bezahlen, investiere ich in eine eigene Infrastruktur, deren Kapazität und Funktionen ich selbst bestimmen kann. Mit einer durchdachten Backup-Strategie lässt sich das System zusätzlich absichern.
Der Abschied von OneDrive und der Aufbau einer eigenen NAS-Lösung sind deshalb ein wichtiger Schritt auf meinem Weg zu mehr digitaler Selbstbestimmung. Dieses Projekt möchte ich sorgfältig umsetzen, denn die Hoheit über meine persönlichen und beruflichen Daten liegt mir besonders am Herzen.
10. Hardware und Peripheriegeräte
Seit Jahren nutze ich einen Drucker und Scanner von HP, die hervorragend mit Linux funktionieren. Als weitere Hardware habe ich das Blue-Mikrofon, dieses ist ebenfalls mit Linux kompatibel. Mit dem Mikrofon erstelle ich Voiceovers und bearbeite diese mit dem freien Programm Audacity unter Linux oder macOS. Sonst habe ich keine Hardware, die nicht mit Linux harmoniert. Allein mein iPad, welches ich als Zweitbildschirm unter macOS nutze, müsste ich in Linux durch einen richtigen Zweitbildschirm ersetzen.
Umsteigen auf Linux – Fazit Teil 2
Hier sind wir am Ende des zweiten Teils der Artikelserie über meinen Umstieg auf Linux als Webdesigner. Im Teil I habe ich über meine Beweggründe für den Umstieg auf das Betriebssystem GNU/Linux geschrieben, in diesem zweiten Teil ging es um die Auswahl der passenden Programme, die möglichst die proprietären Anwendungen ersetzen sollen. Dabei zeigt sich, dass für nahezu jeden wichtigen Arbeitsbereich leistungsfähige freie oder plattformübergreifende Lösungen zur Verfügung stehen. Viele davon nutze ich bereits seit Jahren erfolgreich, während ich andere künftig stärker in meinen Arbeitsalltag integrieren möchte. Der Umstieg bedeutet daher nicht zwangsläufig Verzicht, sondern vor allem die Chance, bestehende Gewohnheiten zu überdenken und unabhängiger zu arbeiten.
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