Mehr als eine Million Downloads innerhalb einer Woche: LibreOffice 26.8 hat einen neuen Bestwert für das freie Office-Paket aufgestellt. Ob ausgerechnet der bewusste Verzicht auf generative KI dazu beigetragen hat, lässt sich allerdings nicht belegen.
Die Document Foundation (TDF) verzeichnete in den ersten sieben Tagen nach der Veröffentlichung insgesamt 1.031.162 Downloads über die offizielle LibreOffice-Webseite. Nach Angaben der Stiftung wurde damit keine frühere Version des Programms in ihrer ersten Woche häufiger heruntergeladen.
Linux-Installationen fehlen in der Statistik
LibreOffice 26.8 war am 26. August für Windows, macOS und Linux erschienen. Die neue Hauptversion verbessert unter anderem den Schriftsatz, die Darstellung komplexer sowie von rechts nach links geschriebener Schriftsysteme und den Dokumentenaustausch mit anderen Office-Paketen.
Zugleich bleibt LibreOffice seiner bisherigen Linie treu: Generative KI ist nicht fest in die Software integriert. Damit setzt sich das quelloffene Projekt deutlich von kommerziellen Konkurrenten ab. Microsoft bindet seinen KI-Assistenten Copilot zunehmend in Microsoft 365 und die dazugehörigen Office-Anwendungen ein. Google erweitert derweil die Funktionen von Gemini in Docs, Sheets, Slides und Drive, etwa für Textentwürfe, Datenanalysen und Präsentationen.
Die Rekordzahl bildet allerdings nur einen Teil der tatsächlichen Verbreitung ab. Erfasst wurden ausschließlich Downloads über die offizielle LibreOffice-Webseite. Viele Linux-Nutzer installieren neue Versionen stattdessen über die Paketquellen ihrer Distribution. Diese Installationen tauchen in der Statistik der TDF nicht auf.
Umgekehrt entspricht ein Download nicht automatisch einer aktiven Installation oder einem einzelnen Nutzer. Eine heruntergeladene Datei kann auf mehreren Geräten eingesetzt, mehrfach abgerufen oder lediglich zu Testzwecken verwendet werden. Rückschlüsse auf die genaue Zahl der Anwender sind daher nicht möglich.
Für den Vergleich verschiedener LibreOffice-Versionen bleibt die Kennzahl dennoch relevant: Die Foundation wertet für ihre Gegenüberstellung jeweils denselben offiziellen Vertriebskanal aus.
Auch die begleitenden Veröffentlichungen stießen laut TDF auf großes Interesse. Die Ankündigungen in sozialen Netzwerken erzielten demnach mehr als 50.000 Aufrufe, Reaktionen und Weiterverbreitungen. Ein Video zu den Neuerungen der Version wurde knapp 21.000-mal abgerufen.
Ob der Download-Rekord tatsächlich mit dem Verzicht auf integrierte generative KI zusammenhängt, bleibt offen. Die Zahlen zeigen zunächst nur das hohe Interesse an LibreOffice 26.8, nicht die Beweggründe der Nutzer.
Als Gegenentwurf zu immer stärker KI-geprägten Office-Suiten dürfte sich LibreOffice jedoch für Anwender positionieren, die Wert auf Kontrolle, Datenschutz und eine klassische Bürosoftware ohne fest eingebauten KI-Assistenten legen.
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