Nach mehreren Verzögerungen legt Google einen endgültigen Termin für das Aus seines bisherigen Sprachassistenten fest. Ab dem 4. September 2026 soll Gemini auf Android-Mobilgeräten vollständig übernehmen. Nicht alle Geräteklassen sind jedoch sofort betroffen.
Google stellt den Google Assistant auf Smartphones und anderen Mobilgeräten mit Android oder Wear OS ein. Vom 4. September 2026 an wird der bisherige Sprachassistent schrittweise durch Gemini ersetzt. Das geht aus einer E-Mail hervor, mit der der Konzern Android-Nutzer über die bevorstehende Umstellung informiert.
Bislang können Anwender selbst entscheiden, ob sie den klassischen Google Assistant oder Gemini als persönlichen Assistenten verwenden möchten. Diese Wahlmöglichkeit entfällt künftig. Der Zuruf „Hey Google“ aktiviert dann auf betroffenen Geräten ausschließlich Gemini.
Die Abschaltung soll nicht auf einen Schlag erfolgen. Google will den Zugriff schrittweise unterbinden, weshalb es einige Wochen dauern dürfte, bis die Umstellung sämtliche Nutzer erreicht hat.
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Ablösung mehrfach verschoben
Google hatte den Wechsel vom Assistant zu Gemini bereits im März 2025 angekündigt. Ursprünglich sollte der 2016 vorgestellte Sprachassistent bis Ende 2025 von den Mobilgeräten verschwinden. Der Zeitplan ließ sich jedoch nicht einhalten.
Im November 2025 verlängerte das Unternehmen die Übergangsfrist zunächst bis März 2026. Auch dieser Termin verstrich, ohne dass der Assistant abgeschaltet wurde. Nun bezeichnet Google Gemini in seiner Mitteilung als „KI-gestützten Assistenten der nächsten Generation“, der das bisherige Assistentenerlebnis auf Android übernimmt.
Auch Wear OS, Kopfhörer und Android Auto betroffen
Die Umstellung beschränkt sich nicht auf Smartphones. Sie gilt ebenfalls für verbundene Geräte, die bislang auf den Google Assistant des Handys zurückgreifen. Dazu zählen Smartwatches mit Wear OS, kompatible Kopf- und Ohrhörer sowie Fahrzeuge mit Android Auto.
Eine Ausnahme gibt es für Autos, in denen Google-Dienste bereits fest in das Infotainmentsystem integriert sind. Dort soll der klassische Google Assistant zunächst auch nach dem September-Termin verfügbar bleiben.
Betroffen sind grundsätzlich alle Länder und Regionen, in denen die Gemini-App angeboten wird. Nach Angaben des Konzerns ist der KI-Assistent in mehr als 220 Ländern verfügbar und unterstützt rund 70 Sprachen.
Ältere Smartphones könnten außen vor bleiben
Für die Nutzung von Gemini gelten technische Mindestanforderungen. Ein Android-Gerät benötigt mindestens 2 Gigabyte Arbeitsspeicher und Android 9 oder eine neuere Version des Betriebssystems. Google hat die Voraussetzungen damit inzwischen gelockert: Zuvor war mindestens Android 10 erforderlich.
Auf älteren oder schwächer ausgestatteten Smartphones könnte die Umstellung dennoch problematisch werden. Wer Gemini wegen fehlender Kompatibilität nicht einsetzen kann, verliert mit der Abschaltung möglicherweise den direkten Zugang zu Googles persönlichem Assistenten.
Unabhängig davon können Android-Nutzer in den Systemeinstellungen eine andere Standard-App für digitale Assistenz festlegen. Neben Gemini stehen dort, sofern installiert und vom jeweiligen Gerät unterstützt, auch Angebote anderer Anbieter wie ChatGPT zur Auswahl.
Zeitplan für Lautsprecher und Fernseher bleibt offen
Auch auf Fernsehern mit Google-Betriebssystem sowie auf Lautsprechern und Smart Displays der Google-Home-Familie soll Gemini langfristig den bisherigen Assistant ersetzen. Für diese Geräte hat der Konzern allerdings noch keinen verbindlichen Abschalttermin genannt.
Damit endet im September zunächst vor allem die Ära des Google Assistant auf Mobilgeräten. Knapp zehn Jahre nach seiner Vorstellung macht der klassische Sprachassistent dort endgültig Platz für ein System, das stärker auf generative künstliche Intelligenz und dialogorientierte Funktionen ausgerichtet ist.
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