Tails 7.9 veröffentlicht: Wartungsupdate bringt aktuelle Kernkomponenten

Die auf Datenschutz und Anonymität spezialisierte Linux-Distribution Tails ist in Version 7.9 erschienen. Das aktuelle Update konzentriert sich vor allem auf die Pflege und Aktualisierung zentraler Systemkomponenten, ohne dabei größere neue Funktionen einzuführen.

Die Entwickler haben insbesondere den integrierten Tor Browser auf Version 15.0.16 aktualisiert. Darüber hinaus wurden verschiedene Firmware-Pakete überarbeitet, wodurch die Unterstützung moderner Hardware verbessert werden soll. Davon profitieren unter anderem Nutzer aktueller WLAN-Adapter und Grafikkarten.

Ebenfalls behoben wurde ein Fehler aus einer früheren Version. Unter bestimmten Umständen zeigte das System Warnmeldungen über angeblich abgelaufene Secure-Boot-Zertifikate an, obwohl diese bereits erneuert worden waren. Das Problem wurde mit dem aktuellen Update beseitigt.

Download als ISO oder USB-Abbild

Wie gewohnt steht Tails sowohl als ISO-Datei für virtuelle Maschinen und optische Datenträger als auch als Image für bootfähige USB-Sticks zum Download bereit. Die Distribution ist speziell darauf ausgelegt, von einem externen Datenträger gestartet zu werden und keine Spuren auf dem verwendeten Computer zu hinterlassen.

Tails richtet sich vor allem an Nutzer, die besonderen Wert auf Privatsphäre und Anonymität legen. Das System leitet den gesamten Internetverkehr standardmäßig über das Tor-Netzwerk, wodurch sich die eigene Identität im Netz besser schützen lässt. Gleichzeitig können Anwender damit in vielen Fällen staatliche oder technische Zensurmaßnahmen umgehen.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Tails unabhängig vom installierten Betriebssystem gestartet werden kann. Dadurch lassen sich auch fremde oder öffentliche Rechner nutzen, ohne dass potenziell vorhandene Überwachungssoftware im eigentlichen Betriebssystem auf sensible Aktivitäten zugreifen kann.

Sicherheitslücken zuvor mit Notfall-Update geschlossen

Erst vor rund zwei Wochen hatten die Entwickler die Version 7.8.1 veröffentlicht. Dabei handelte es sich um ein außerplanmäßiges Sicherheitsupdate, das mehrere kritische Schwachstellen beseitigte.

Nach Angaben des Entwicklerteams wurden unter anderem eine Sicherheitslücke im Linux-Kernel aus der sogenannten „Fragnesia“-Klasse sowie ein Fehler im Tor-Client behoben. Die Schwachstellen hätten es Angreifern unter bestimmten Umständen ermöglichen können, Schutzmechanismen gegen sogenannte ZIP-Bomben zu umgehen oder auf Speicherbereiche außerhalb der vorgesehenen Grenzen zuzugreifen.

Mit Version 7.9 steht nun wieder ein reguläres Wartungsupdate bereit, das die Stabilität, Hardware-Kompatibilität und Sicherheit der anonymisierenden Linux-Distribution weiter verbessert.

Sladjan Lazic

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