DuckDuckGo: Nachfrage nach KI-freier Suche steigt deutlich an

Während große Suchmaschinenanbieter ihre Suchergebnisse zunehmend mit künstlicher Intelligenz erweitern, wächst offenbar gleichzeitig das Interesse an klassischen Sucherlebnissen. Davon profitiert insbesondere DuckDuckGo, das neben seinen Datenschutzfunktionen inzwischen auch eine spezielle KI-freie Suchoption anbietet.

KI-freie Suche wird zur Standardoption

Nach Unternehmensangaben hat die Nutzung der KI-freien Suchseite in der vergangenen Woche deutlich zugelegt. Die Besuche seien im Vergleich zur Vorwoche um nahezu 30 Prozent gestiegen. Auch bei den App-Installationen verzeichnet DuckDuckGo Wachstum: In den USA legten die Installationen insgesamt um 18,1 Prozent zu. Besonders stark fiel das Wachstum bei der iOS-App aus, die laut Unternehmensangaben einen Spitzenwert von 69,9 Prozent gegenüber der Vorwoche erreichte.

Als möglicher Grund für diesen Trend gilt die zunehmende Integration von KI-Funktionen in Suchmaschinen wie Google. Statt einer klassischen Liste von Ergebnissen erhalten Nutzer dort immer häufiger automatisch generierte Zusammenfassungen und KI-Antworten und nicht alle Anwender begrüßen diese Entwicklung. Viele bevorzugen weiterhin traditionelle Suchergebnisse, bei denen sie selbst entscheiden können, welche Quellen sie besuchen möchten.

Bislang mussten Nutzer die spezielle Suchseite von DuckDuckGo manuell über die Adresse „noai.duckduckgo.com“ aufrufen. Um den Zugang zu vereinfachen, stellt das Unternehmen nun Erweiterungen für die Browser Chrome und Firefox bereit. Nach der Installation kann die KI-freie Suchmaschine als Standard-Suchdienst festgelegt werden. Suchanfragen werden dann automatisch über die entsprechende Suchseite ausgeführt.

Nutzer des hauseigenen DuckDuckGo-Browsers profitieren ebenfalls von den neuen Funktionen. Dort bleiben individuelle Einstellungen zur KI-Nutzung auch dann erhalten, wenn der Browserverlauf gelöscht wird.

Weitere Kontrolle über KI-Funktionen geplant

Zusätzlich kündigte DuckDuckGo an, seine bereits bekannten „Privacy Essentials“-Erweiterungen für Chrome, Firefox, Microsoft Edge und Opera zu erweitern. Die Browser-Erweiterungen blockieren seit Jahren Tracker und andere datenschutzkritische Elemente im Web. Künftig sollen Anwender dort auch die Möglichkeit erhalten, KI-bezogene Sucheinstellungen direkt zu verwalten.

Die Entwicklung zeigt, dass nicht alle Internetnutzer die zunehmende KI-Integration in Suchmaschinen begrüßen. Während die großen Anbieter auf künstliche Intelligenz setzen, wächst gleichzeitig die Nachfrage nach Suchdiensten, die sich auf klassische Websuche und direkte Verlinkungen konzentrieren.

Sladjan Lazic

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