Die Wirtschaft im oberbayerischen Landkreis Miesbach

Nach mittlerweile über 70 Blogartikeln hier auf Webnumerus zu den Themen Webdesign, HTML, CSS, WordPress und Co, möchte ich etwas Abwechslung und frischen Wind in den Blog hineinbringen. Ich möchte mehr persönliche Einblicke hineinbringen und mit wirtschaftlichen Themen vermischen. Heute probiere ich das neue Format aus und blogge über den Landkreis Miesbach, in dem ich aufgewachsen bin. Genauer gesagt, die Gemeinde Valley, die sich zwischen Holzkirchen und Weyarn befindet. Der Landkreis Miesbach ist geprägt durch die Naturidylle und die Ruhe des Oberlandes. Gleichzeitig ist der Landkreis wirtschaftlich stark und vom Tourismus geprägt, der durch die gute Anbindung an die Landeshauptstadt München begünstigt wird. Seit meiner Jugend in den 1990er Jahren hat sich vieles im Landkreis Miesbach verändert, einiges ist aber auch gleich geblieben. In diesem Blogartikel nehme ich euch in die Vergangenheit mit und betrachte die wirtschaftliche Gegenwart des Landkreises Miesbach in Bayern.

Der Landkreis Miesbach heute

Obwohl ich seit vielen Jahren in München wohne, bin ich regelmäßig zwischen Otterfing und Bayrischzell unterwegs. Mehrmals im Jahr mache ich Ausflüge ins benachbarte Tirol in Österreich, wo ich mich am Achensee und in Schwaz erhole.

Der Landkreis Miesbach gehört zu den wirtschaftlich attraktiven Regionen im südlichen Oberbayern. Seine Lage zwischen der Metropolregion München und dem Alpenraum verbindet eine hohe Lebensqualität mit einer guten Erreichbarkeit eines der bedeutendsten Wirtschaftsstandorte Deutschlands. Zum Landkreis gehören unter anderem Miesbach, Holzkirchen, Tegernsee, Bad Wiessee, Rottach-Egern, Hausham und Schliersee. Wirtschaftlich ist die Region breit aufgestellt: Neben Tourismus und Gastronomie spielen Handwerk, Handel, Gesundheitswesen, Bauwirtschaft, Landwirtschaft sowie zahlreiche mittelständische Unternehmen eine wichtige Rolle.

Besonders der nördliche Landkreis profitiert von seiner Nähe zu München. Holzkirchen ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen der Landeshauptstadt und dem Oberland und hat sich zu einem attraktiven Standort für Unternehmen und Pendler entwickelt. Betriebe können hier die Nähe zum großen Münchner Wirtschaftsraum mit einem Standort außerhalb der Großstadt verbinden. Gleichzeitig sorgt die hohe Lebensqualität mit Bergen, Seen und zahlreichen Freizeitmöglichkeiten dafür, dass die Region auch für qualifizierte Arbeitskräfte interessant ist.

Eine zunehmende Bedeutung besitzt die Informationstechnologie. Dabei muss der Landkreis Miesbach kein klassischer IT-Standort mit großen Softwarekonzernen sein, um von der Digitalisierung zu profitieren. IT ist heute Bestandteil nahezu aller Wirtschaftsbereiche. Handwerksbetriebe benötigen digitale Warenwirtschaft und moderne Websites, Hotels arbeiten mit Buchungs- und Verwaltungssystemen, Unternehmen setzen Cloud-Dienste und Unternehmenssoftware ein und Verwaltungen digitalisieren ihre Dienstleistungen. Dadurch entsteht ein wachsender Bedarf an IT-Support, Systemadministration, Cybersecurity, Webentwicklung, E-Commerce und digitaler Beratung.

Auch der Tourismus sorgt für zusätzliche Nachfrage nach digitalen Dienstleistungen. Hotels, Ferienwohnungen, Gastronomiebetriebe und Freizeitanbieter rund um Tegernsee und Schliersee müssen ihre Angebote zunehmend online vermarkten.

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Miesbach damals: Meine Jugend im Mühlthal

Ich hatte eine sehr schöne Kindheit und Jugend Anfang der 90er Jahre im Landkreis Miesbach. Damals haben wir im Mühlthal gewohnt, genauer gesagt im Gasthaus Weiglmühle. Zum Gasthaus gehörte auch ein Hotel, beide befanden sich im Mühlthal unter der Mangfallbrücke Weyarn, die zur A8 gehört. Der Wirt der Weiglmühle war Rüdiger Schmelcher, den wir alle Rudi nannten. Mit an Bord war seine Ehefrau Gerda Rauch-Schmelcher.

Ich kann mich noch gut an das Weihnachtsgeschenk von der Gerda im Jahr 1994 erinnern, es war eine Modelleisenbahn, dir mir große Freude bereitet hatte. Wenn ich an den Hotel- und Gaststättenbetrieb der Weiglmühle in den frühen 90er Jahren denke, habe ich einen regen Betrieb mit vielen Stammgästen und Urlaubstouristen in Erinnerung.

Auf dem Parkplatz vor dem Hotel parkten oft mehrere Reisebusse, die Küche arbeitete auf Hochtouren und das Hotel war voll ausgebucht. An Ruhetagen konnte ich frei durch das Hotel schlendern und hin und wieder die Kegelbahn nutzen. Im Sommer habe ich mir oft einen kühlen Spezi gegönnt.

Als Kind macht man sich über die wirtschaftliche Situation der Eltern meistens keine Sorgen und so konnte ich bis Anfang 1996 nicht ahnen, dass wir bald wegziehen werden. Im Frühjahr 1996 sind wir nach München gezogen und vermutlich noch im selben Jahr oder 1997 wurde das Hotel mit der Gaststätte Weiglmühle dauerhaft geschlossen und bis zum heutigen Tag nicht wiedereröffnet.

Nach meiner Recherche und laut der Traueranzeige (Merkur.de, 2012) ist Rudi im Jahr 2012 verstorben. Da das Hotel vor dem Zeitalter des Web 2.0 geschlossen wurde, gibt es nur wenige Informationen im Netz, es finden sich lediglich ein paar vage Notizen in der Wikipedia. Wenn ich mir heute das Hotelgebäude von außen anschaue, stelle ich traurig fest, dass dieses die besten Tage hinter sich hat.

Gasthof Weiglmühle im Jahr 2022 (Eigene Aufnahme)
Weiglmühle, Winter 2013 (Eigene Aufnahme)

Da ich leider keine alten Fotos von der Gaststätte Weiglmühle habe, habe ich bei Ebay eine Ansichtskarte ersteigert. Laut ChatGPT datiert die Ansichtskarte wahrscheinlich aus den 1970er-Jahren, ungefähr um 1975.

Ansichtskarte der Weiglmühle, vermutlich aus den 1970er Jahren

Ruhe und Erholung im Mangfalltal

In der unmittelbaren Umgebung befinden sich zwei weitere gastronomische Betriebe, das Waldrestaurant Maxlmühle und der Landgasthof Bruckmühle. Beide sind in Betrieb und die Bruckmühle hat eine Eventlocation und Übernachtungsmöglichkeiten. Alle Gaststätten liegen in unmittelbarer Nähe der Mangfall, eines linken Nebenflusses des Inns.

In meiner Jugend habe ich entlang der Mangfall und in den umliegenden Wäldern täglich Zeit verbracht, bin gewandert und habe mich nach der Schule und an den Wochenenden zurückgezogen. Auch heute bin ich dort mindestens einmal in der Woche unterwegs. Ich bin mit der Gegend auch nach 30 Jahren immer noch sehr verbunden und verbringe meine Zeit gerne in der Natur rund um die Weiglmühle.

Mangfalltal im Jahr 2006 (Eigene Aufnahme)

Entlang der Mangfall führt ein Wanderweg direkt vom Mühlthal bis nach Miesbach, die Strecke verläuft neben dem Spiralschacht Thalham. Damals bin ich öfters zu Fuß nach Miesbach gegangen oder mit dem Fahrrad gefahren. Auch habe ich längere Fahrradtouren mit meinem Mountainbike gemacht, oft bin ich sogar bis nach Schliersee und zurück gefahren. Die Fahrt nach Holzkirchen war dagegen eine Routine. Im Sommer fuhr ich oft entweder ins benachbarte Weyarn oder nach Holzkirchen zum Einkaufen.

Vom Mühlthal aus bin ich oft zu Fuß, bei jedem Wetter, nach Mitterdarching gegangen und habe dort den Zug nach München genommen. Oft bin ich auch nach der Schule von Holzkirchen aus mit der S-Bahn in die Stadt gefahren.

Meine Technik von damals

Anfang der 90er Jahre war das World Wide Web noch recht jung und nur innerhalb der wissenschaftlichen Kreise verbreitet. Von einer Massennutzung wie wir sie heute kennen konnte keine Rede sein. Meine Arbeitsutensilien und Spielkonsolen im Jahr 1992 waren der damaligen Zeit entsprechend. Ich hatte eine elektrische Schreibmaschine der Marke Olympia, einen Nintendo Game Boy und die Spielkonsole Sega Mega Drive.

Damit war ich schon recht gut aufgestellt. Neben dem Fernseher besaß ich einen Videorekorder und nahm regelmäßig meine Lieblingsserien wie „Das A-Team“ und die Lieblingsfilme „Rocky“ I-V, „Rambo“ I-III, „Bloodsport“ und andere. Ich besaß eine solide Sammlung an VHS-Kassetten mit selbst aufgenommenen Filmen und Serien. Was man so als Jugendlicher in den 1990er Jahren eben gemacht hat.

Täglich fuhr ich mit dem Schulbus in die Hauptschule Holzkirchen. Ob jemals jemand von meinen damaligen Schulkameradinnen und -kameraden diesen Blogartikel lesen wird? Falls ja, hinterlässt einen Kommentar und schreibt mir. 😉 An den Wochenenden und in Ferien war ich regelmäßig in München. Da wir damals noch keinen McDonald’s in Holzkirchen hatten, war es für mich immer ein Vergnügen in einem der Fastfood-Restaurants in München zu essen. In Holzkirchen hatte ich ein paar Jahre die Kampfkunst Taekwondo gemacht.

Wenn mir damals im Jahr 1993 jemand gesagt hätte, dass ich 33 Jahre später Webdesign machen würde (was es damals noch gar nicht gab) und auf der eigenen Webpräsenz in diesem Dingens namens Internet veröffentlichen würde, hätte ich ihn glatt für verrückt erklärt. Ja, so ändern sich die Zeiten. Und hätte dann jemand gesagt, weißt du was, es wird Dinge geben, die werden sich Smartphones nennen und damit wirst du das Internet in der Hosentasche haben und dann wird es eine Künstliche Intelligenz geben und mit ChatGPT wirst du … OK, OK, ich glaube, wir hören hier besser auf … 🙂

Holzkirchen damals und heute

Holzkirchen ist für mich mehr als ein Ort im Landkreis Miesbach. Hier bin ich zur Schule gegangen, hier habe ich Anfang der 1990er-Jahre fast täglich einen Teil meines Lebens verbracht. Wenn ich heute an den Markt denke, sehe ich deshalb nicht nur Straßen und Gebäude vor mir. Ich denke an eine Zeit, in der vieles noch offen war und der Alltag zwischen Unterricht, Pausen und dem Weg nach Hause seinen festen Rhythmus hatte. Ein Ort, den man so regelmäßig erlebt, wird ganz nebenbei zu einem Stück der eigenen Geschichte.

Das Holzkirchen von damals ist in meiner Erinnerung eng mit diesem Schulalltag verbunden. Nicht die großen Sehenswürdigkeiten machten es besonders, sondern die Vertrautheit. Wege, über die man kaum noch nachdenken musste, Gesichter, denen man immer wieder begegnete, und das Gefühl, sich auszukennen. Anfang der Neunziger wurden Verabredungen meist noch persönlich getroffen oder am heimischen Telefon besprochen. Vieles, was heute über das Smartphone läuft, spielte sich unmittelbar vor Ort ab. Vielleicht wirkt diese Zeit auch deshalb im Rückblick überschaubarer, weil sich die eigene Welt damals auf wenige, dafür umso wichtigere Orte konzentrierte.

Dabei darf man die Erinnerung nicht mit einem vollständigen Bild des damaligen Holzkirchen verwechseln. Als Schüler nimmt man einen Ort anders wahr als später als Erwachsener. Was die Gemeinde beschäftigte, welche Veränderungen bevorstanden oder welche Sorgen andere Menschen hatten, stand selten im Mittelpunkt. Für mich war Holzkirchen vor allem der Schauplatz des täglichen Lebens. Gerade darin liegt seine besondere Bedeutung: Es war kein Ausflugsziel, das man gelegentlich besuchte, sondern ein selbstverständlicher Teil meiner Jugend.

Heute hat Holzkirchen eine andere Größenordnung. Die Marktgemeinde zählt rund 17.100 Einwohner und ist die größte Gemeinde im Landkreis Miesbach. Ihre Verbindung nach München und ins Oberland macht sie zu einem wichtigen Wohn- und Arbeitsort. S-Bahn, Regionalbahn und die nahe Autobahn verknüpfen den Markt mit einer Region, in der viele Menschen täglich unterwegs sind. So begegnet einem Holzkirchen heute zugleich als oberbayerischer Heimatort und als Teil des Großraums München.

Wie sich Altes bewahren und zugleich neu nutzen lässt, zeigt das Oberbräu. Die Gemeinde kaufte das Saalgebäude 1997, um es vor dem Abriss zu bewahren. Heute finden dort Theater, Konzerte, Kabarett, Kino und Lesungen statt. Ein Gebäude mit langer Geschichte ist damit ein lebendiger Treffpunkt der Gegenwart geworden. Solche Entwicklungen machen deutlich, dass Veränderung auch bedeuten kann, einem vertrauten Ort eine neue Zukunft zu geben.

Für mich liegen das damalige und das heutige Holzkirchen deshalb übereinander. Der Ort hat sich weiterentwickelt, und auch mein Blick auf ihn ist ein anderer geworden. Jedes Mal, wenn ich durch Holzkirchen fahre, suche ich unwillkürlich nach etwas Vertrautem: einer Straßenführung, einer Fassade, einem Blickwinkel, der eine Erinnerung wachruft. Nicht alles muss noch so sein wie Anfang der Neunziger. Die Verbindung bleibt trotzdem.

Holzkirchen gehört zu den Orten, an denen ich nicht nur erkenne, was sich verändert hat, sondern auch daran erinnert werde, wer ich damals war.

Wie erlebe ich die Orte meiner Jugend heute?

Ich fahre regelmäßig durch Otterfing, in Holzkirchen bin ich oft Essen und Einkaufen, im Mühlthal ziehe ich mich regelmäßig in die Natur zurück, in Weyarn bin ich hin und wieder beim Edeka und in Miesbach schaue ich von Zeit zu Zeit vorbei. Es hat sich wirtschaftlich natürlich viel geändert und es wurde viel gebaut. Die Aral-Tankstelle in Weyarn gab es damals noch nicht. Im Ort hatten wir einen kleinen Edeka, das war mehr ein Krämerladen.

Mit dem Edeka Odenbach steht seit Jahren ein großer Supermarkt, der den täglichen Bedarf der Einwohner deckt. In Holzkirchen gab es damals das Holzkirchen Einkaufsparadies (HEP) nicht und auch die Supermarkt-Ketten Aldi und Lidl waren damals auch nicht so gigantisch wie heute. Dafür hatten wir damals keinen Euro und haben mit der Deutschen Mark gezahlt. Waren das noch Zeiten. Was mir heute ebenso auffällt, dass einige kleine und ein paar mittelständische Unternehmen immer noch keine oder komplett veraltete Websites haben.

Das wollte ich als Webdesigner einfach mal so in den Raum werfen. 😊

Landkreis Miesbach – Fazit

Der Landkreis Miesbach verbindet wirtschaftliche Stärke und die Nähe zu München mit hoher Lebensqualität und einer einzigartigen Natur. Seit meiner Jugend hat sich die Region deutlich entwickelt, ohne ihren besonderen Charakter zu verlieren. Gerade die Digitalisierung bietet den vielen Unternehmen vor Ort noch großes Potenzial, von modernen Websites bis hin zu digitalen Dienstleistungen. Für mich bleibt der Landkreis nicht nur ein attraktiver Wirtschaftsraum, sondern vor allem ein Stück Heimat.

Literaturverzeichnis

Merkur.de (2012, 09. August). Traueranzeige von Rüdiger Schmelcher. [abgerufen am 07.10.2026]

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Sladjan Lazic

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