US-Luftfahrtbehörde FAA: Disketten sollen bis 2028 endgültig verschwinden

Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA verabschiedet sich schrittweise von jahrzehntealter Computertechnik. Bis Ende 2028 sollen veraltete Systeme durch moderne IT-Lösungen ersetzt werden. Dabei kommen teilweise noch immer 8-Zoll-Disketten zum Einsatz, Datenträger, die aus den Anfangsjahren der Computertechnik stammen.

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Jahrzehntealte Technik in der US-Luftfahrt

Während moderne Computer längst mit schnellen SSD-Speichern und Cloud-Technologien arbeiten, setzt die US-amerikanische Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) in einigen Bereichen noch immer auf Technik aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Besonders bemerkenswert ist der Einsatz von 8-Zoll-Disketten, die heute nahezu vollständig aus dem digitalen Alltag verschwunden sind.

Mit der Einführung eines neuen Informationssystems hat die Behörde nun einen weiteren Schritt zur Modernisierung ihrer technischen Infrastruktur eingeleitet. US-Verkehrsminister Sean Duffy kündigte an, die mehr als 40 Jahre alten Computersysteme endgültig abzulösen.

Dabei handelt es sich nicht um die bekannten 3,5-Zoll-Disketten, die bis in die frühen 2000er-Jahre in vielen Heim- und Bürocomputern verwendet wurden. Auch die älteren 5,25-Zoll-Disketten sind nicht gemeint. Stattdessen nutzt die FAA in einzelnen Systemen noch das deutlich größere 8-Zoll-Format, das ungefähr die Breite eines DIN-A4-Blattes erreicht.

Diese Datenträger waren insbesondere in der frühen Mainframe-Ära verbreitet, als Großrechner zahlreiche Aufgaben in Unternehmen und Behörden übernahmen.

Modernisierung soll bis Ende 2028 abgeschlossen sein

Im Mittelpunkt der technischen Erneuerung steht das sogenannte Enterprise Information Display System (E-IDS). Es soll vier bisher verwendete Systeme ersetzen und die Bereitstellung wichtiger Informationen für die Flugsicherung vereinheitlichen.

Nach Angaben des US-Verkehrsministeriums ist vorgesehen, die neue Technologie bis Ende 2028 an insgesamt 435 Standorten einzuführen.

Die Modernisierung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Kritik an der technischen Infrastruktur der amerikanischen Luftfahrt. Mehrere schwere Flugunfälle und Sicherheitsprobleme haben die zuständigen Behörden unter erheblichen politischen Druck gesetzt.

Obwohl die US-Regierung unter Präsident Donald Trump in zahlreichen staatlichen Einrichtungen Einsparungen vorantreibt, sollen für die Modernisierung der Flugsicherung erhebliche finanzielle Mittel bereitgestellt werden.

Berichten amerikanischer Medien zufolge hat der US-Kongress bereits rund 12,5 Milliarden US-Dollar für die Erneuerung bewilligt. Verkehrsminister Duffy fordert darüber hinaus weitere 30 Milliarden US-Dollar, um die technische Infrastruktur umfassend zu modernisieren.

Warum werden veraltete Computersysteme noch verwendet?

Dass sicherheitskritische Einrichtungen jahrzehntealte Technik einsetzen, erscheint zunächst ungewöhnlich. Allerdings gibt es dafür nachvollziehbare Gründe.

In Bereichen wie der Luftfahrt, der Energieversorgung oder der militärischen Infrastruktur spielt die Zuverlässigkeit von Computersystemen eine besonders wichtige Rolle. Bewährte Technologien werden deshalb teilweise über Jahrzehnte betrieben, solange sie ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen.

Ein Austausch kann erhebliche Risiken und Kosten verursachen. Neue Systeme müssen umfangreich getestet werden, damit sie mindestens dieselbe Betriebssicherheit gewährleisten wie ihre Vorgänger.

Hinzu kommt, dass ältere Computer häufig speziell entwickelte Software und Hardware verwenden, die nicht ohne Weiteres durch moderne Komponenten ersetzt werden können.

Problematisch wird der Weiterbetrieb jedoch, wenn Ersatzteile und geeignete Datenträger nicht mehr verfügbar sind. Bei Disketten ist dies inzwischen ein wesentliches Hindernis, da ihre industrielle Massenproduktion weltweit eingestellt wurde.

Auch andere Länder verabschieden sich nur langsam von Disketten

Die USA sind keineswegs das einzige Land, in dem historische Datenträger noch eine Rolle spielen.

Japan sorgte 2024 international für Aufmerksamkeit, als die Regierung zahlreiche Vorschriften abschaffte, die Behörden zur Verwendung von Disketten und anderen veralteten Speichermedien verpflichteten.

Auch in Deutschland sind ältere Speichertechnologien in bestimmten sicherheitsrelevanten Bereichen weiterhin von Bedeutung. Das 8-Zoll-Diskettenformat spielt beispielsweise im Zusammenhang mit älteren militärischen Systemen eine Rolle.

Ein besonders bekanntes Beispiel stammt aus den Vereinigten Staaten selbst: Die amerikanischen Atomstreitkräfte verwendeten bis 2019 noch 8-Zoll-Disketten in einem IBM-Series/1-Computersystem aus den 1970er-Jahren. Erst danach wurden die historischen Datenträger durch eine modernere Speicherlösung ersetzt.

Das Ende einer Computerära

Mit der geplanten Ablösung der letzten diskettengestützten Systeme bei der FAA verschwindet ein weiteres Stück Computergeschichte aus einer wichtigen staatlichen Einrichtung.

Die Modernisierung zeigt zugleich, wie lange technische Entwicklungen in sicherheitskritischen Bereichen nachwirken können. Während sich die Computertechnik im privaten und kommerziellen Umfeld innerhalb weniger Jahrzehnte grundlegend verändert hat, arbeiten manche Behörden noch immer mit Technologien, die vor mehr als 40 Jahren eingeführt wurden.

Bis Ende 2028 soll damit zumindest in den betroffenen FAA-Systemen endgültig Schluss sein. Die 8-Zoll-Diskette, einst ein bedeutender Datenträger der frühen Computerära, dürfte dann auch in diesem Bereich der amerikanischen Luftfahrtgeschichte angehören.

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Sladjan Lazic

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