Was ist MariaDB? Die Open-Source-Datenbank einfach erklärt

Ob Online-Shop, Buchungsplattform oder Unternehmenssoftware, viele Anwendungen müssen Informationen zuverlässig speichern und schnell wiederfinden. Dafür benötigen sie eine Datenbank. Eine mögliche Lösung ist MariaDB, ein quelloffenes Datenbankmanagementsystem, das ursprünglich aus MySQL entstanden ist. Doch, was ist MariaDB und wie funktioniert diese Datenbank? Wofür wird es eingesetzt und wie unterscheidet es sich von MySQL? In diesem Blogartikel erkläre ich die Datenbank MariaDB.

Was ist MariaDB?

MariaDB ist ein relationales Open-Source-Datenbankmanagementsystem. Mit der Software lassen sich Daten speichern, verwalten, durchsuchen und miteinander verknüpfen. „Open Source“ bedeutet, dass der Quellcode öffentlich zugänglich ist. MariaDB Server wird unter der GNU General Public License, kurz GPL, veröffentlicht.

Der Begriff „relational“ beschreibt die Organisation der Daten: Informationen werden in Tabellen mit Zeilen und Spalten abgelegt. Zwischen diesen Tabellen können Beziehungen bestehen.

Ein Online-Shop speichert beispielsweise Kunden, Produkte und Bestellungen. Eine Bestellung verweist auf den jeweiligen Kunden und die bestellten Artikel. Dadurch lassen sich zusammengehörige Informationen abrufen, ohne alle Angaben mehrfach speichern zu müssen.

Wie ist MariaDB entstanden?

MariaDB entstand 2009 als Abspaltung von MySQL. An der Entwicklung waren Mitglieder des ursprünglichen MySQL-Teams beteiligt. Ziel war es, die Datenbank als frei verfügbare Open-Source-Software weiterzuentwickeln. Eine solche Abspaltung eines bestehenden Softwareprojekts wird als Fork bezeichnet.

Die gemeinsame Herkunft ist bis heute erkennbar. Viele grundlegende Befehle und Werkzeuge ähneln sich. MariaDB und MySQL haben sich jedoch eigenständig weiterentwickelt und unterscheiden sich inzwischen in verschiedenen technischen Bereichen.

Wie funktioniert MariaDB?

MariaDB wird typischerweise als Datenbankserver betrieben. Eine Anwendung stellt eine Anfrage an diesen Server, und MariaDB verarbeitet sie. Das kann beispielsweise das Speichern eines neuen Benutzerkontos oder das Abrufen einer Produktliste sein.

Für diese Anfragen verwendet man SQL, die „Structured Query Language“. Mit SQL lassen sich Daten anlegen, lesen, ändern und löschen.

Eine einfache Abfrage könnte so aussehen:

SELECT name, preis
FROM produkte
WHERE preis < 50
ORDER BY preis;

Die Abfrage sucht in der Tabelle produkte nach Artikeln, deren Preis unter 50 liegt. Als Ergebnis liefert sie die Namen und Preise, aufsteigend nach Preis sortiert.

Nutzer einer Website bekommen diese Befehle normalerweise nicht zu sehen. Sie klicken beispielsweise auf einen Filter, woraufhin die Anwendung die passende Datenbankabfrage ausführt und das Ergebnis darstellt.

Wofür wird MariaDB eingesetzt?

MariaDB kommt für viele Anwendungen infrage, die strukturierte Informationen dauerhaft speichern müssen.

Bei Websites und Blogs können das Beiträge, Kommentare und Benutzerkonten sein. In Online-Shops verwaltet die Datenbank beispielsweise Artikel, Bestellungen und Kundendaten. Unternehmensanwendungen nutzen Datenbanken für Aufträge, Lagerbestände oder interne Verwaltungsprozesse.

Auch Reservierungsportale und Buchungssysteme benötigen eine verlässliche Datenhaltung. Sie müssen etwa festhalten, welche Termine verfügbar sind und welche bereits gebucht wurden.

Ob MariaDB zu einem konkreten Projekt passt, hängt unter anderem von der eingesetzten Software, den benötigten Funktionen und den Anforderungen an den Betrieb ab.

Welche Vorteile bietet MariaDB?

Offener Quellcode

Der öffentlich zugängliche Quellcode macht die technische Umsetzung nachvollziehbar. Entwickler können die Software untersuchen, Fehler melden und zur Weiterentwicklung beitragen. Die Entwicklung von MariaDB Server lässt sich im offiziellen Repository verfolgen.

Keine Lizenzgebühren für den Community Server

MariaDB Community Server lässt sich ohne Lizenzgebühren für die Datenbanksoftware nutzen. Das erleichtert den Einstieg in eigene Projekte.

Ein vollständig kostenloser Betrieb ergibt sich daraus allerdings nicht automatisch. Für Server, Hosting, Wartung und gegebenenfalls professionellen Support können Kosten entstehen.

Vertrauter Einstieg mit SQL

Wer SQL kennt, bringt bereits wichtige Grundlagen für die Arbeit mit MariaDB mit. Auch Erfahrungen mit MySQL helfen häufig beim Einstieg, da beide Systeme gemeinsame Wurzeln besitzen.

Flexible Datenabfragen

Relationale Datenbanken ermöglichen es, Informationen aus mehreren Tabellen zu verbinden. So kann eine Anwendung beispielsweise alle Bestellungen eines Kunden abrufen oder den Umsatz einzelner Produkte berechnen.

Wie effizient solche Abfragen laufen, hängt wesentlich von der Datenstruktur, passenden Indizes und der Formulierung der Abfragen ab.

Was ist der Unterschied zwischen MariaDB und MySQL?

MariaDB und MySQL sind eng verwandt, aber eigenständige Datenbanksysteme. Unterschiede bestehen unter anderem bei verfügbaren Funktionen, Speicher-Engines und dem Verhalten bestimmter Befehle.

Deshalb sollte MariaDB nicht pauschal als vollständig austauschbarer Ersatz für jede MySQL-Version betrachtet werden. Die Kompatibilität hängt von den jeweiligen Versionen und den Funktionen ab, die eine Anwendung verwendet. Die offizielle MariaDB-Dokumentation beschreibt diese Unterschiede für verschiedene Versionskombinationen.

Vor einem Wechsel sollten sowohl die Datenübernahme als auch die Anwendung selbst in einer Testumgebung geprüft werden.

Was braucht MariaDB im laufenden Betrieb?

Eine Datenbank benötigt regelmäßige Pflege. Dazu gehören Sicherheitsupdates, sinnvoll vergebene Zugriffsrechte und Backups. Ebenso wichtig ist die Prüfung, ob sich gesicherte Daten tatsächlich wiederherstellen lassen.

Mit wachsenden Datenmengen kann außerdem eine Optimierung erforderlich werden. Langsame Abfragen lassen sich beispielsweise durch geeignete Indizes oder eine bessere Datenstruktur beschleunigen.

Wer die Administration nicht selbst übernehmen möchte, kann ein Hostingangebot wählen, bei dem der Anbieter einen Teil dieser Aufgaben erledigt. Welche Leistungen enthalten sind, hängt vom jeweiligen Angebot ab.

Was ist MariaDB? – Fazit

MariaDB ist ein offenes relationales Datenbankmanagementsystem, das strukturierte Daten speichert, verknüpft und per SQL zugänglich macht. Es eignet sich für viele Webprojekte und Geschäftsanwendungen und bietet durch seine MySQL-Wurzeln einen vertrauten Einstieg. Für ein erfolgreiches Projekt zählen neben der Wahl der Datenbank auch eine durchdachte Datenstruktur und ein verlässlicher Betrieb. Wer MariaDB einsetzen möchte, sollte deshalb die Anforderungen seiner Anwendung prüfen und Wartung sowie Datensicherung von Anfang an einplanen. So kann MariaDB eine solide Grundlage für kleine Projekte ebenso wie für umfangreichere Anwendungen bilden.

Sladjan Lazic

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